Paralympische Sommerspiele

Die Paralympischen Sommerspiele, auch kurz Paralympics genannt, finden jeweils im Anschluss an die Olympischen Sommerspiele statt und werden seit 1988 an den jeweiligen Austragungsorten veranstaltet. Auch die Rituale sind mit Fackellauf, Eröffnungszeremonie, Einmarsch der Athleten, olympischer Eid und Entfachung des Feuers gleich wie bei den Olympischen Spielen der Unversehrten.

Die Wettkämpfe werden vom IPC, dem Internationalen Paralympischen Komitee, organisiert.

Geschichtliche Entwicklung

Der Neurologe Sir Ludwig Guttmann organisierte 1948 im englischen Aylesbury die ersten sportlichen Wettkämpfe für Rollstuhlfahrer. Bogenschießen war der einzige Wettbewerb, den vierzehn kriegsversehrte Männer und Frauen zeitgleich zu den Olympischen Sommerspielen in London austrugen.

1960 fanden in Rom die ersten Weltspiele der Gelähmten mit 400 Teilnehmenden aus 21 Ländern statt. Diesmal nicht mehr parallel zu den Sommerspielen, sondern wenige Wochen später. Seitdem werden die Behindertenspiele alle vier Jahre veranstaltet.

In Toronto 1976 nahmen erstmals nicht nur Rollstuhlfahrer teil, sondern auch Sehbehinderte und Amputierte. Das Teilnehmerfeld wuchs somit auf 1.600 Athleten und Athletinnen an.

1984 weigerte sich Los Angeles aus Image-Gründen, die Paralympics auszutragen. Als Ersatzort wollte die Gemeinde Champagne bei Chicago die Spiele austragen, zog sich aber aus finanziellen Gründen wenige Monate vorher zurück. So mussten die Wettkämpfe zwischen England (Stoke Mandeville) und New York (Hempstead) aufgeteilt werden.

Das Desinteresse der USA an diesen Wettkämpfen zeigte sich erneut 1996 in Atlanta. Unmittelbar nach Beendigung der Sommerspiele begannen die Organisatoren mit dem Abbau der Anlage, sodass die Paralympics teilweise vor Ruinen über die Bühne gingen.

Seit den Olympischen Sommerspielen von Sydney 2000 hat sich die Zahl der teilnehmenden Sportler und Sportlerinnen auf circa 4.000 eingependelt.

Disziplinen

Insgesamt wird bei den Paralympics im Sommer in 22 verschiedenen Sportarten um Gold, Silber und Bronze gekämpft. Dazu zählen unter anderem Leichtathletik, Fußball, Gewichtheben, Judo, Tischtennis, Rollstuhlbasketball, Kanu und Rudern.

Erfolgreichste Nationen

Mit 2.054 Medaillen (737 Gold/659 Silber/658 Bronze) führen die USA klar die ewige Medaillenliste an. Dahinter folgen Großbritannien mit 1.704 Medaillen (593/556/555) und Deutschland mit 1.384 (469/479/436).